Dienstag, 7. Juni 2016

Unsere kommende Pressemitteilung mit Statements der einzelnen Gruppen:

Demo-Team Tanzbares Leben für Alle Pressemitteilung vom 8. Juni 2016 * Demonstration - Tanzbares Leben für Alle * 11. Juni 2016 ab 15:00 Uhr Rathenauplatz, Frankfurt am Main

Am 11. Juni 2016 findet unter dem Motto „Tanzbares Leben für Alle“ eine Demonstration statt.

Die Demonstration soll ein Aufruf für die individuelle und kollektivverantwortliche Aneignung des öffentlichen Raums sein. Sie richtet sich gegen Gentrifizierung und zwanghaften Konsum. Deshalb rufen viele unterschiedliche Frankfurter Gruppen zur gemeinsamen Teilnahme an dieser Demonstration auf.

Mit Tanz und Performances wollen wir der Öffentlichkeit andere Perspektiven für mögliche Lebensentwürfe vermitteln. Dabei geht es um die Mitgestaltung und Schaffung von Freiräumen für das Hören und Machen von Musik ohne kommerzielle Interessen, und ohne die Forderung zur Kommerzialisierung solcher Veranstaltungen durch die Interessen Dritter. Es geht um die Sichtbarmachung der Peripherie, des gesellschaftlichen Randes, gegenüber der nur scheinbar überall so wohlgeordneten Freiheit.

Wir fordern die Bevölkerung zur spontanen Mitgestaltung einer bunten, gewalt- und konsumfreien Situation auf, in der der herrschende Komplex von Unterhaltung und Konsum, zu Gunsten eines wirklich tanzbaren Lebensmoments aus Verantwortung und Spaß verlassen werden kann. Damit wollen wir die Utopie einer wirklich bunten und vielfältigen Stadt, in der die unterschiedlichsten Lebensentwürfe und die unterschiedlichsten sozialen, materiellen und politischen Perspektiven neben- und miteinander existieren können. Jede der Beteiligten, oder sich noch spontan beteiligenden Gruppen oder Individuen, wird daher vom Aktionsbündnis aufgefordert werden, ihre je eine eigene politische und kreative Agenda unter dem Motto "Tanzbares Leben für alle!" darzustellen. Stellvertretend für diese Vielfältigkeit stehen die folgenden Inhalte einzelner Gruppen:

Aus dem Aufruf von "einfach hören":

Wir wollen als Kollektiv von Freund*innen Musik verbreiten. Überall. Ohne vorher 7 Formulare ausfüllen und 4 Genehmigungen einholen zu müssen. Wer über den Tellerrand der kommerziellen Veranstaltungs-Sphäre hinausblicken möchte und mit erschaffenden Ideen in den öffentlichen Raum vordringt, wird schnell merken, dass die Stadt noch lange nicht allen gehört. Mit dem Wunsch nach Freiräumen und dem Versuch uns diese zu ermöglichen, packen wir die Technics aus und nehmen uns ein paar Stunden Urlaub in der Sonne. Einfach überall.

Aus dem Aufruf der Stadtteilinitiative Koblenzer Straße (SIKS e.V.):

Gegen die Macht des bloßen Wissens, der Kontrolle und der bloßen Funktionalität! Für mehr Zeit zum Nachdenken! Für Reflektion und Verantwortung! Gegen Unterhaltung und für mehr Spaß!

Aus dem Aufruf von Bugchus-306 ('institut de déstabilisation'):

"Ich habe doch auch gar nicht gesagt, dass ich nichts ändern möchte“, brummte Simon Brouillard, "Aber ich werde nun eben nicht anfangen mir mein eigenes ideologisches Zwangshaus zu schaffen, um die Massen zu überzeugen. Die Chance liegt im individuellen Aufbegehren oder, wie in unserem Fall, in Kleingruppen, die das Gefüge stören. Das verhält sich ein wenig wie mit einer Virusinfektion, andere Zellen angehen oder ausgewählt binden. Wir sind mittlerweile an der Peripherie des gesellschaftlichen Randes gerückt, Piraten und Schmuggler nichts weiter als das. Peiratés, wir sind Angreifer, dies ist ein Angriff auf die scheinbar so wohlgeordnete Freiheit. Freibeuter in den Sternen.“

Aus dem Aufruf des bubbeling wonder cure

Wer tanzt hat Spaß, ist glücklich. Wenn ein Leben tanzbar ist, dann ist es ein glückliches Leben. Glückliches, zufriedenes, tanzbares Leben. Seifenblasen machen glücklich und wonder cure liefert den Soundtrack dazu.

Aus dem Aufruf des Traumfänger Kollektiv:

Seit vielen Jahren existieren in Frankfurt und in vielen anderen Städten Strukturen,welche eine alternative Partykultur etablieren wollen. Musik außerhalb des Mainstreams, kein Eintritt, wechselnde, ausgefallene Locations, spontan in Parks, auf Waldlichtungen, auf der Straße sowie in ungenutzten oder leerstehenden Gebäuden. Bei diesen Veranstaltungen geht es nicht darum, Profit zu erwirtschaften, sondern Musik, eigene Kreativität und Schaffenskraft, nach eigenen Vorstellungen in einer anregenden Umgebung interessierten Menschen zu präsentieren und mit ihnen zu teilen. Wir sehen in dieser Praxis einen wichtigen Kulturbeitrag und uns als Kollektiv in dieser Tradition.

Viel zu oft schließen gerade in Frankfurt hohe Preise oder Dresscodes Menschen von Kulturveranstaltungen verschiedenster Art aus, dem stellen wir uns entgegen! Leider wird dies jedoch nach wie vor durch staatliche Repression massiv behindert. Hohe Strafen und Bußgelder, das komplette Auflösen von Veranstaltungen erschweren die Arbeit derer, die stunden- und tagelang unentgeltlich arbeiten, um ein kleines bisschen Flucht aus einem von Leistungsdruck und Konkurrenz geprägten Alltag zu ermöglichen. Wir wollen und werden uns auch in Zukunft öffentlichen Raum zeitweise aneignen, denn die Stadt gehört allen! Auch laute, unbequeme Subkultur braucht ihren Platz. Daher fordern wir die Entkriminalisierung alternativer Partykultur!

Streckenverlauf:

15:00 Uhr Rathenauplatz (Auftaktkundgebung) dann auf Straße: Goetheplatz, Kaiserstraße, Rossmarkt Rossmarkt (Zwischen-Kundgebung), Katharinenpforte, Bleidenstraße, Hasengasse, Berliner Straße, Batonnstraße, Kurt-Schumacher- Straße (Zwischen-Kundgebung), Vilbeler Straße, Schäfergasse, Stephanstraße, Stiftstraße, Große Eschersheimer Straße (Zwischen-Kundgebung), Biebergasse, Rathenauplatz (Abschlusskundgebung), Ende 22:00 Uhr

Über eine Vorfeldberichterstattung würden wir uns sehr freuen.

Kontakt zu den Veranstalter_innen vor Ort

xxxxx

Donnerstag, 10. März 2016

Titel Tanzbares Leben für Alle! Aber wie?

Seit vielen Jahren existieren in Frankfurt und in vielen anderen Städten Strukturen, welche eine alternative Partykultur etablieren wollen. Musik außerhalb des Mainstreams, kein Eintritt, wechselnde, ausgefallene Locations, spontan in Parks, auf Waldlichtungen, auf der Straße sowie in ungenutzen oder leerstehenden Gebäuden. Bei diesen Veranstaltungen geht es nicht nicht darum, Profit zu erwirtschaften, sondern Musik, eigene Kreativität und Schaffenskraft, nach eigenen Vorstellungen in einer anregenden Umgebung interessierten Menschen zu präsentieren und mit ihnen zu teilen. Wir sehen in dieser Praxis einen wichtigen Kulturbeitrag und uns als Kollektiv in dieser Tradition.

Viel zu oft schließen gerade in Frankfurt hohe Preise oder Dresscodes Menschen von Kulturveranstaltungen verschiedenster Art aus, dem stellen wir uns entgegen! Leider wird dies jedoch nach wie vor durch staatliche Repression massiv behindert. Hohe Strafen und Bußgelder, das komplette Auflösen von Veranstaltungen erschweren die Arbeit derer, die Stunden und Tagelang unentgeltlich Arbeiten, um ein kleines bisschen Flucht aus einem von Leistungsdruck und Konkurrenz geprägten Alltag zu ermöglichen. Wir wollen und werden uns auch in Zukunft öffentlichen Raum zeitweise aneignen, denn die Stadt gehört allen! Auch laute, unbequeme Subkultur braucht ihren Platz. Daher Fordern wir die Entkriminalisierung alternativer Partykultur!

Wir wollen eine Gesellschaft in der jede/r sich wohlfühlen kann, aus diesem Grunde positionieren wir uns klar gegen jede Form des Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, der Homophobie und der Islamophobie! Wir versuchen diese Linie auf unseren Veranstaltungen durchzusetzen. Leider konnten wir diesem Anspruch bisher nicht immer gerecht werden, auch deshalb weil besonders Sexismus und Homophobie im Nachtleben, zur traurigen Normalität gehören, und kaum sensibilität für dieses Thema vorhanden ist. Daher fordern wir sowohl PartygängerInnen als auch VeranstalterInnen in Frankfurt und anderswo dazu auf, sich dieser Problematik bewusst zu werden, das eigene Handeln zu reflektieren und übergriffiges Verhalten nicht zu dulden!

Für ein tanzbares Leben für alle!

Traumfänger Kombinat

Samstag, 20. Februar 2016

Ruhestörung (Tagtanzdemo 2015)

Ruheterror! Aufruf der SIKS zur Tagtanzdemo 2015. Als das Dorf plötzlich in die Stadt kam: Fußballübertragungen vor den Kneipen werden verboten, die Besucher des Friedberger Markt müssen weiter ziehen, der Iron Man stört die Sonntagsautofahrer. Biergärten in der Frankfurter Innenstadt? Aus Angst, dass das Straßenfest des Internationalen Zentrums in der Frankenallee ein (lautstarker) Erfolg werden könnte, wird es in die Koblenzer Straße verlegt, und das Koblenzer Straßenfest darf nur noch bis 22:00 Uhr feieren....Das Stadt-Dorf boomt! Und der Strom der Menschen, die in die "aufregenden", "bunten" Innenstadtzonen, mit ihrem "üppigen", kulturellen Ausgehangebot ziehen wollen, dort wo Kneipen, Clubs und Museen Lebensqualität verheißen, er reißt nicht ab. Wer sich jedoch für 450.000,- EUR eine Wohnung im Europaviertel kauft, oder für 900 EUR kalt eine 65 m2 Wohnung im Gallus anmietet, wollte zwar anscheinend einerseits in die "bunte", lebendige Stadt ziehen, hat aber ansonsten im Leben sehr wahrscheinlich nicht viel zu lachen. Denn die ganze Kohle muss irgendwie rangeschafft werden. Und was, wenn dann irgend eine anfängt vor dem "eigenen" Fenster, in der "eigenen" Straße genau das zu organisieren, wofür angeblich alle heute in die Städte ziehen? Eine Kneipe, ein Straßenfest, eine Wohnungsparty! Und dann auch noch eine, auf die alle bekannten und unbekannten Nachbarn eingeladen sind. Eine Wohnungsvernissage mit viel Wein und Gesang! Nur so zum Beispiel... Doch wer am Rande des (wirtschaftlich) Möglichen operiert, oder lebt, hat in der neo-liberalen, kapitalistischen Wirklichkeit des Stärkeren keinen Sinn und keine Kraft übrig für "die Anderen". Schon gar nicht für urbane Vielfalt und Toleranz. Stadt? Viele Menschen? Ooooach.... Ruheterror und Beschwerdekultur - zwei Seiten der selben Medaillie. Beide sind auf dem Vormarsch! Sie sind das Resultat einer totalen Durchdringung des Lebens im Kapitalismus mit Dienstleistungskultur. Ich arbeite hart. Ich zahle hart. Ich lebe hart. Dafür will ich was mir zusteht. Und schenke dir nichts! Kapitalismus ist Dienstleistungskultur. Dienstleistungskultur ist Ruheterror. Ruheterror ist Kapitalismus!